| |
Eine sehr liebenswerte Arbeitskollegin hatte mich im Frühjahr
1999 zu einem Gospelkonzert in einer Kirche bei München eingeladen.
Ich dachte mir damals, naja - warum nicht - und bin da halt
mal hingetappert, ohne so recht eine Vorstellung von Gospel zu haben.
Es war ein überwältigendes Konzert, ich war ganz benommen und
absolut begeistert, zum ersten Mal habe ich auch deutsche Gospel gehört.
Und so beiläufig erzählt mir eben jene Kollegin - hallo Gitti :-),
daß
von diesem Chor im August ein Workshop geplant ist und ob ich nicht
mitmachen wolle.
Hmm, naja, dachte ich mir, es wäre sicherlich ganz interessant,
unmusikalisch
bin ich auch nicht, aber meine letzten Singereien hatte ich im Schulchor gemacht
und das ist auch schon ein paar Tage her.
Und wie so das Jahr vergeht und der August immer näher kommt,
musste ich mich irgendwann entscheiden, ob ich nun "workshope" oder nicht.
Also, denke ich mir, gib deinem inneren Schweinehund
einen Stoß und geh' hin !
Ich also an einem Freitag nachmittag nach Dachau (auch bei München)
getiegert
und mich mal flott in die
Reihen der erfahrenen Chormitglieder eingereiht und - keine Ahnung vom Text
und der Melodie - der Dinge geharrt, die da kommen.
Simon Sugaray Son (damals Chormitglied und Solist) fing
also an, den Chor und die "Neuen" einzusingen. Zugegeben, für mich - so ohne
jegliche Erfahrung - eine ungewohnte Übung. Aber es ging Schlag auf Schlag
weiter, ich lernte Eric Bond, den Leiter des Chores und Theo Degler, "unseren"
damaligen Pianisten kennen. Ich durfte mir dann meine Noten und Texte abholen und
schon ging es los mit singen und üben und singen und üben ...
Am Freitag abend brummte mir der Kopf - und das war erst der Anfang.
Den ganzen Samstag über ging es weiter, Theo probte mit uns neue Lieder,
und der Theo ist da streng - seinem Gehör entgeht nicht der leiseste
falsche Ton und auch Eric brachte uns neue Lieder bei.
Es war - trotz der ungewohnten Anstrengung - ein tolles Erlebnis.
Als ich Samstag abend nach einem Tag voller Gospel und als Zuhörer
diverser Fachsimpeleien nach Hause fuhr, war ich immer noch ganz
hingerissen von dem Erlebnis des Chorsingens. Am Sonntag morgen ging der
Workshop weiter, aber die Aufregung stieg (zumindest bei mir), denn am
Abend war das grosse Konzert im Dachauer Schloss. Und als man mir beiläufig
erzählte, daß beim Konzert natürlich
der Text und die Melodie auswendig zu
können sind, sprich nix mit Noten und Textblatt - da habe ich mir gedacht,
na sauber - das wird lustig !
Aber erstaunlich, daß es trotzdem ausgesprochen gut ging - ich konnte
mir gar nicht vorstellen, daß ich in der kurzen Zeiot tatsächlich soviel
Text behalten könnte.
Das Konzert selbst war ein - zumindest für mich - grandioses Finale dieses
Workshops - ich habe mich spontan noch an diesem Abend entschieden, das
machst du weiter. Auch die Zuschauer waren begeistert - so wie ich
seinerzeit im Frühjahr.
Was soll ich sagen, tagelang hatte ich die Lieder im Kopf und habe
zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten
so vor mich hingesummt.
Und vor lauter Begeisterung habe ich angefangen, für den Chor eine eingene
Homepage aufzubauen:
www.gospelsterne.de.
Ein herzliches Danke an Eric Bond und all die anderen
für dieses tolle und erlebnisreiche Wochenende im August 1999.
|